In nur 1 Minute zum Erfolg!

Fitness ist ein großes Wort.
Wir hängen viele Schweissperlen an diese Vorstellungen, ganze Muskelkaterrudel können uns beim Gedanken ans  Joggen in die Waden beissen, und teuer sind die stickigen Fitnessstudios auch noch. Wenn wir solche Vorstellungen mit unserer Fitness verbinden, sinkt unsere Motivation etwas für unsere Gesundheit zu tun gleich mal schnell auf Null.

Aber das kann auch anders sein.
Der Gedanke an 50 Liegestützen macht unsere Oberarme weich, bevor wir anfangen. Der Gedanke an 10km Joggen läßt uns sofort in die Knie gehen, wenn wir es noch nicht freudvoll genossen haben, weil wir mal fit waren(?). Der Gedanke an zeitaufwändige Workouts läßt unsere Mundwinkel fallen, usw. wenn wir uns nicht fit, nicht ausdauernd, nicht kräftig genug fühlen.

Aber es gibt einen kleinen Trick, den ich vor Jahren auch schon erfolgreich bei meinen Nachhilfeschülern (und natürlich bei mir selbst) angewendet habe: wir müssen uns überlisten, indem wir uns fragen:

Was ist die kleinste Einheit, das kleinste Gewicht, die kürzeste Strecke, der geringste Aufwand, die kürzeste Zeit, die ich investieren müßte, um wenigstens DIE RICHTUNG einzuschlagen und EINE GUTE GEWOHNHEIT anzulegen.
Denn das ist am Ende alles, worum es geht. Der Rest kommt von selbst.

Wir müssen uns einfach nur vornehmen, nur 1 Liegestütze zu machen.
Nur 50 m laufen gehen. Nur 5 Minuten Workout machen (zuhause: kostenlos). Nur 2 Gegenstände aufräumen (huch, war’s das schon?). Nur eine Tasse spülen (von den 17, die schon seit 3 Wochen in der Spüle stapelfahren), … usw…
Dann passiert etwas ganz eigenartiges (oder auch nicht, aber wir hatten dann trotzdem Erfolg!)  : wir haben uns selbst gezeigt, wie leicht es ist, etwas anzufangen, und wir stellen fest, daß aus den 50m Joggen 500m Joggen geworden sind (beim ersten mal), daß aus der einzigen Liegestütze 5 geworden sind, weil wir einfach schon dabei waren. Daß aus der einzigen Tasse, die wir spülen wollten, der ganze Stapel geowrden ist, der nun strahlend auf dem Tropfsieb steht.

Unglaublicherweise ist auf der Gefühlsebene folgendes geschehen:
weil wir uns für eine einzige Liegestütze praktisch nur auf den Fußboden fallen lassen und uns wieder aufrichten mußten ist uns ein Impuls überkommen, auch noch eine zweite folgen zu lassen und wir haben bevor wir wieder nachgedacht haben VOLLER BEGEISTERUNG(!) bis 5 gezählt. Oder bis 10 oder 20(?) – je nachdem wie groß unsere Basisfitness im Hintergrund unserer Lustlosigkeit erhalten geblieben ist. Wir haben nach 50m Laufen nicht mal daran gedacht aufzuhören sondern haben bis 100m beschleunigt und dann einen Punkt anvisiert, einen Baum in einiger Entfernung, bis zu dem wir laufen würden und wo wir umkehren würden. Wir sind aber erst nach dem 3. Baum umgekehrt und haben noch eine Runde ums Haus gedreht und sind die Treppen in die Wohnung hochgerannt. Wir haben statt nur ein Arm-Stretching auch ein Bein-Stretching und die Pilates-Übung gemacht, die uns auf einmal eingefallen ist, usw…

Wir haben erfahren, daß wir an unserem Kopf vorbei spontane Begeisterung für etwas entwickelt haben, das mit jedem untätigen Tag in unserer Frustrationszone weiter von uns weg zu rücken schien.

Die Begeisterung ist etwas, das entsteht, wenn wir unseren Kopf und unsere Vorstellungskraft nicht dazu verwenden Angstbilder zu schaffen, sondern wenn wir ihn verwenden, um Vorstellungen zu bilden, die der Begeisterung Raum schaffen, damit sie als Leichtigkeit, Freude und Genuß einfliessen kann wie in trockene Erde das Wasser: der Wunsch zu leben sitzt tief und reißt uns begeistert mit. Das geht ganz von alleine. Das Licht, das sich im Kopf spiegelt, kann uns leiten und erleuchten, statt zu blenden und zu blockieren. Wenn wir es in unsere Brust hineintauchen lassen, spüren wir auch, ob es warm wird. Das ist der Prozeß der Begeisterung, die glühen und zu lodern beginnt.

Wir können uns in einer einzigen Minute für etwas begeistern, das uns scheinbar schwer fällt, ja sogar in einem einzigen Moment, in dem Moment der Einsicht in die Einfachheit & Leichtigkeit des Zulassens – wir lassen los, lassen uns berühren und genießen, was es bedeutet, wenn der Genuß uns durchfließt, die Begeisterung uns durchweht wie ein warmer Wind und uns trägt.  In dieser Leichtigkeit des Seins sind alle Dinge schwerelos und von einer inneren Schönheit, die im Augenblick lebt.
… Und wenn unser analytisches Denken danach greift und zu schöpfen vergißt, ist das Wunder abrupt vorbei. Wir fallen aus dem Fluß, sinken in die Schwere, verlieren die Flügel und mit ihnen unseren Humor. Besonders, wenn wir uns haben hinreissen lassen es zu übertreiben.

Denn wenn wir, statt uns über die 500m zu freuen und diesen Erfolg zu geniessen, versuchen, den Bogen zu überspannen und uns gleich beim ersten Mal hinreissen lassen, das Gefühl für das Maß zu ignorieren, weil unser Verstand schon wieder Wahnvorstellungen von 10.000 oder 42.000m erzeugt, weil wir uns nach 10 Liegestützen einem Kampfsportler gleichsetzen und gleich 50 versuchen, wenn wir statt nur zu spülen und vielleicht noch die Wäsche wegzuräumen gleich vornehmen, das ganze Haus grundzureinigen und noch am gleichen Spätnachmittag den ganzen Keller auszuräumen, dann stehen wir plötzlich belämmert da, weil wir uns schon wieder neue Blockaden geschaffen haben: in Form von schmerzendem Muskelkater und sonstigem Gerümpel, das nun morgen den Weg zur Haustür oder zum Garten versperrt.
“Ich hab doch gewußt, das das nix bringt.” – kann man dann hören.

Aber jetzt heißt es dranbleiben ;-)
Denn auch mit einem Muskelkater und einem Hausflur voller Gerümpel läßt sich die kleinste Box öffnen und eine Minute Erfolg herausholen:
1 Liegestütze
50m Joggen
1 Tasse wegspülen (gilt nur für Singles)
30 Sekunden Stretching
1 Vokabel lernen
1 Satz schreiben oder auch nur ein Wort
1 x lächeln, wenigstens ganz kurz
1 kleine Sache finden, für die ich dankbar bin

usw.
und das einfach JETZT, nicht morgen.
Und wenn es dann morgen ist, dann auch JETZT.
Nicht an IMMER denken, sondern nur an JETZT und vielleicht an morgen.
IMMER ;-)

Diese Kleinigkeiten halten in Bewegung, gleich wie frustrierend, stagnierend und schwer das Leben sonst zu sein scheint.

Es gibt keine Ausrede. Tu es jetzt.
Lass Dich fallen und steh’ einfach wieder auf: das ist schon eine Liegestütze.

Ich habe Teenager unterrichtet, die große Mäuler, eine übermäßig legere Haltung und zero Bock hatten, auch nur den Finger für irgendwas zu krümmen. Mit dieser Methode hab ich es geschafft, sie in Bewegung zu bringen. Zusammen haben wir die Frustfelsen umschifft und die Angsthäupter geköpft.
Ich habe einem 7jährigen das Jonglieren mit Tennisbällen beigebracht, die größer waren als seine Hände, mit einem 12jährigen Vokabelbälle geworfen und mit einem Realschulabschlußschüler Englisch-Grammatik gerappt. Das hat so viel Spaß gemacht, daß ich unversehens bemerken musste, wie leicht, berührend und schön es sein kann, das Wichtigste zu vermitteln: Begeisterung.
In nur 1 Minute können wir das Richtige tun, nämlich überhaupt etwas tun, das uns begeistert. Die Magie der Bewegung, die in der Wiederholung zur auswachsenden Zauberei wird, führt uns zum Erfolg. Dafür können wir unseren jammernden Verstand auch einfach mal zumachen. “Luft anhalten! Ich mach jetzt ‘ne Liegestütze!” – und tief durchatmen! Das macht Spaß!

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